Hooge – Ein Ort der Sehnsucht weckt

Wenn du mal wieder Tage lang nichts von ihr gehört hast. Der Hallig, du weißt nicht wie es um ihr steht. Du weißt nicht was am nächsten Tag, Tagen & Monaten passieren wird. Wo geht’s hin mit dieser wunderschönen Welt die einmalig ist. Die Gedanken schweifen nur so ihre Bahnen um meinen Kopf und ich bekomme jetzt schon Sehnsucht wenn ich daran denke, dass ich Anfang August die Hallig verlassen werde.

Mehr Weite geht nicht

Am Wochenende bin ich wieder für ein paar Tage von der Hallig runter gewesen. Runter nach Hachenburg in Rheinland-Pfalz -100te Kilometer von der Küste entfernt- zum Treffen der FÖJ Bundesdelegierten, zum 2. unseres Jahrganges wohl gemerkt. Die Landschaft dort hat nicht viel mit der der Hallig gemein- viele Hügel, Wald und viel mehr Wusel. Alles ist ein wenig konträr zum Leben hier. Ich weiß, dass ich von donnerstags bis dienstags unterwegs sein werde und so lange nicht auf der Hallig bin. Beim allerersten Essen habe ich direkt gemerkt, dass ich einen Platzt am Fenster brauche. Ich brauche einfach weiter und kann nicht stur gegen eine feste starre Wand schauen. Wo ist da bitte die Natur? Ich merke, dass sich Sehnsüchte in mir breit machen.

„Ey jetzt bin ich erst weniger als 24h von diesem Island weg“ – und dann merke ich wie lieb ich es doch schon gewonnen habe. „Krasser Scheiß!“, denke ich mir und merke wie ich im selben Moment das gleiche noch einmal denke. „Krasser Scheiß, dieser Ort hat es dir verdammt nochmal angetan!“ Man könnte glatt meinen, dass ich verliebt wäre. „Boom“, dieses Dinge -es nennt sich Hooge- hat Charme und Sexappeal, doch was das bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Es ist ein wenig wie mit einer Beziehung, wenn du jemand Neues kennenlernst, dann muss dieses Person etwas an sich haben was dich interessiert, was dich glücklich macht, was dich reizt. Die Hallig reizt mich!

Traditionen wie hier Biike gehören zum Leben auf der Hallig dazu

Es ist nicht nur die Natur an sich , sondern das Leben hier allgemein. Die Natur ist nur ein kleiner Teil davon. Zum einen sind es die Menschen hier, dies ist beispielsweise der Schnack mit meinem Nachbar, der mich immer wieder auf neue Gedanken bringt oder wenn er mir von dem Leben früher berichtet. Und dann philosophieren wir wohin es noch geht. Wie wird wohl ein Leben hier auf der Hallig in hundert Jahren aussehen? Gibt es dann wohl noch Leben auf Hooge, wenn der Meeresspiegel ansteigt?
Weiterhin ist es aber auch das Leben an sich hier auf der Hallig. Es ist nicht immer einfach, dass kann ich euch sagen. Das alles aber im Vergleich zum Festland! Wenn das leben einfach wäre, dann wäre es doch langweilig und wer möchte das denn bitteschön haben? Alle möchten doch gerne Action haben! Actionpark hier, Actionabenteuer da.

Wenn das Wasser dann einmal kommt, dann hält es keiner auf. Pläne müssen geändert werden. So ist das nun einmal hier auf der Hallig

Action ist dann wenn du umstrukturieren musst. Dann wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Die Fähre fällt aus oder ist vor Schlüttsiel auf Grund von zu wenig Wasser für mehrere Minuten stecken geblieben. Dann hast du keine Handbreit Wasser unterm Kiel. Dann gilt es umstrukturieren. Oder dann wenn die Zeichen auf Landunter zeigen. Alles wird in Sicherheit gebracht. Jeder weiß was zu tun ist, obwohl die „Gefahr“ anrollt. Doch genau dieses Feeling ist es welches mich mitnimmt. Die Leute , die auch in der stressigen Situation die Ruhe selbst sind. Sie lassen sich nicht vom Kurs abbringen. Wie wird der Nordfriese noch beschrieben? – Hart aber herzlich.

Genauso wie das Leben hier. Es ist mitunter hart, dass die Hallig ein Spielball der Nordsee sein kann aber dafür hat der Sommer hier so viel Herzlichkeit, dass auch die härtesten Hunde dahin schmelzen. Du musst einfach nur die Augen öffnen.
Mir hat jemand mal einen gutenZu mir hat jemand einmal etwas ganz beiläufig gesagt, aber für mich hat dies einen ganzen wichtigen Stellenwert bzgl. des Lebens hier eingenommen. „Die Hallig ist entweder alles oder sie ist nichts. Entweder du siehst sie einmal und nie wieder oder du siehst sie einmal und immer wieder!“ Da ist was wahres dran.

Touren zum Japsand werden ab August wohl oder übel weniger werden

In Hachenburg habe ich gemerkt, dass Zweiteres bei mir der Fall ist. So wie es jetzt gerade ist, so wird mich diese Zeit hier auf der Hallig nichtmehr loslassen. Ich weiß gerade noch nicht ganz ob ich für immer hier bleiben will -womöglich in einem Job den ich nicht gelernt habe- oder ob ich für immer fernbleiben werde. Dann wenn ich Anfang August die Hallig verlassen werde.
Andere bei der Schutzstation lassen sich während oder kurz nach ihrem Freiwilligenjahr eine Brandgans stechen. Die Erklärung nach dem Warum ist einfach! Dieses Jahr geht einem unter die Haut. Innerhalb von diesem Jahr nimmt man so viel fürs spätere Leben mit. Nicht nur Wissen, mit dem man bestimmt vor manch einem prahlen kann, oder Kompetenzen. Nein, es sind die Leute, die dieses Jahr so genial machen!

Wenn es dann im August soweit ist, dann weiß ich, dass ich wenige Tage später Sehnsucht nach diesem besonderen Flecken Erde bekommen werde. Werde zurückkommen. Jedes Jahr an Silvester! Jahr für Jahr. Einmal Schutte, immer Schutte.

Jetzt ist aber einmal genug geschnackt über Sehnsucht und das was einmal kommen wird! Jetzt lege ich mich gleich ins Bett & freue mich auf morgen, denn da werden wir wieder ins Watt gehen und dieses kartieren. Wattwurm für Wattwurm. Muschel für Muschel.

 

In diesem Sinne. Erstmal!

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