Freunde – etwas das man nie vergisst

Liebe Leute, es ist endlich wieder soweit. Nach langer Zeit komme ich einmal wieder zum Schreiben. Vieles ist passiert. So viel, dass ich jede Woche mindestens 2 Einträge schreiben könnte. Die Zeit dazu habe ich leider nicht, denn die Masterarbeit liegt mir immer noch im Nacken. Aber ein Ende ist in Sicht. Dafür sind in letzter Zeit, und allgemein, viele Freunde auf der Hallig gewesen. Manche von hier und manche aus meiner Heimat.

Dieser Eintrag wird sich zur Abwechslung nicht mit Kaffee oder anderen Genussmitteln, wie Momente auf dem Japsand, beschäftigen, sondern mit etwas mir sehr wichtigem. Freunde. Freunde, die ich bereits vor diesem grandiosem Jahr auf der Hallig zu meinen zählen durfte und er beschäftigt sich mit den Freunden, die ich hier oben und in der gesamten Bundesregion gefunden habe.

Besonders in den vergangenen Monaten haben ich wiederholt festgestellt, wie kostbar Freundschaften sind. Ein Beispiel hier ist meine Clique aus der Realschulzeit. Die Guten sind am vergangenen Wochenende bei mir auf der Hallig gewesen, haben sich morgens um 4 Uhr ins Auto gesetzt um dann einen Tag und eine Nacht auf Hooge zu verbringen. Und am nächsten Morgen ging es dann bereits um 6 Uhr wieder aus den Federn, damit die Zelte abgebaut und die Fähre um 8 Uhr erreicht werden konnte. Die gesamten Umstände, nur für mich. Krass! Und dann standen sie anschließend auf dem Rückweg noch 2h im Stau.

Friederike und ich staunen nicht schlecht, als ein Spatz diel letzten Überbleibsel unserer Nachbarn stibitzt
Oder auch Friederike. Friederike ist eine alte Schulfreundin von mir und wollte einmal sehen, wie das Leben auf einer Hallig funktioniert und ganz besonders wie es mir hier geht. Gesagt getan, da setzt sie sich ins Auto und fährt von Heidelberg über Ibbenbüren nach Hooge. Bringt das Gute Wetter mit und wir beiden haben hier oben eine super schöne Zeit. So als wäre die Distanz und die Jahre, die wir uns nicht gesehen haben, nie gewesen. Eigentlich bist du gerade recht busy auf Grund deiner Doktorarbeit, aber für mich hast du dir die Zeit genommen. Super super cool, dass du da gewesen bist!

Und dann sind da Ende Mai noch meine Eltern und mein alter Mitbewohner aus Köln gewesen. Mensch Sebi, du bist doch auch positiv verrückt. Setzt dich ans Lenkrad und kommst hier hoch. Wie genial! Wie habe ich die Zeit vermisst, in der wir uns nach draußen gesetzt haben, eine kühler Blondes öffneten und dann über Gott und die Welt gequatscht haben. Jetzt bist du hier auf Hooge gewesen. Dem völligen Kontrast zu Köln. Aber du musstest erkennen, dass es hier auch schön ist. Man kann es sich als Städter vielleicht nicht vorstellen, wie man hier leben kann, aber es ist möglich! Vielleicht nicht für lange, aber für dich, so schien es mir, waren die Tage hier auch ausreichend. Jung, es war richtig richtig cool, dich hier auf der Hallig zu sehen.

Hier ist immer was los. So wie Schwalben auf dem Dach
Vielleicht sind es nicht meine Freunde gewesen, aber dennoch seid ihr mir Grundsympathsisch gewesen liebe Gruppe um Alois, dem guten Reiseleiter aus meiner Heimatstadt. Ihr wart Mitte Mai auf Hooge und ich durfte euch über die Hallig führen. Meine kleine Halligwelt zeigen und euch gleichzeitig zeigen, was diese mit mir macht. Es war für mich schön, mal wieder über die Heimat zu sprechen. Z.B. über die Schließung des Bergwerks in Ibbenbüren oder etwa über scheinbar belanglose Dinge. „Ach echt, vor der Grundschule gibt es jetzt eine 30er-Zone?“.

Aber auch alle anderen, die nicht hier auf der Hallig gewesen sind darf ich nicht vergessen. Ihr haltet mit mir Kontakt, sei es über WhatsApp, Telefon, SMS usw. Kontakt. Das ist richtig schön, denn so bekomme ich immer noch etwas von zu Hause mit und weiß, dass ich bei euch nicht in Vergessenheit geraten bin. Auch wenn uns jetzt hunderte von Kilometer trennen.

Noch mehr Leute durfte ich in diesem Jahr kennenlernen und viele davon darf ich nun zu meinen Freunden zählen. Dies sind zum einen die, die ich auf der FÖJ-Bundesebene kennenlernen durfte. Unsere kleine FÖJ-Familie sozusagen. Da ist z.B. Paula, die auch aus Schleswig-Holstein stammt, aber ihr FÖJ in Mecklenburg-Vorpommern absolviert. Der Kontakt, nach jeder Bundesdelegiertenkonferenz reißt nicht ab und so schnacken wir alle paar Wochen über Gott und die Welt und tauschen uns aus, was gut und was schlecht im Leben verläuft.
Im Zuge dessen durfte ich deine Eltern kennenlernen liebe Paula. Katja und Christoph. Ihr drei kamt eines Tages auf die Hallig und habt mich hier besucht. An einem sonnigen Tag, der nicht hätte schöner sein können und wir haben uns die Halligangeschaut und rege diskutiert und über die Welt gesprochen. Jetzt bin ich sogar von Christoph zu seinem Geburtstag eingeladen worden. Wie cool ist das denn? Wenn das mal keine Gastfreundschaft ist? Ja dann, dann weiß ich es auch nicht.

Ganz vorne weg, auf den ersten Rängen der neuen Freundschaften stehen meine Freunde, die ebenfalls ihr Freiwilligenjahr an der Westküste von Schleswig-Holstein verbringen.
Beim letzten Seminar Anfang Juni konnten wir für jeden FÖJler der Westküste in ihr bzw. Buch schreiben. Viele schöne Worte sind da geschrieben worden, die ich noch in Jahrzehnten lesen werde und dann an diese super schöne Zeit denken werde. Ihr seid klasse!
Doch es gibt dort auch noch ein paar Leute mehr, die mir besonders ans Herz gewachsen sind. Dies sind z.B. Paul von der Alauer Schleuse, der immer ein offenes Ohr für mich hat. Oder die beiden Freiwilligen Jan und Malin von Schlüttsiel, die ich nur allzu gerne Besuch. Ich werde es vermissen, wenn ich von der Fähre steige und dann feststellen muss, dass ihr nichtmehr da seid. Nichtmehr für einen Schnack zu haben oder dass ich einfach so bei euch vorbeikommen kann und bei euch übernachte. Da sitzt man dann abends bei euch im Wohnzimmer, hat zuvor gekocht, und redet über den neuesten FÖJ-Tratsch oder über den gerade gesehenen spektakulären Vogel.

Oder ihr liebe Freiwilligen aus Husum. Wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat und man deshalb die Fähre nichtmehr bekommt, dann findet man bei euch immer eine Schlafmöglichkeit! Danke! Ihr wisst gar nicht, wie froh wir Hallig-FÖJler darüber sind 🙂 Egal wann und wie spät es gewesen ist. Mir wurde immer die Tür geöffnet und ich konnte bei euch mitessen, ganz so als wäre es das Normalste der Welt. Ich bin froh, euch zu meinen Freunden zählen zu dürfen.
Wie ich herausgefunden habe, halte ich jetzt auch den Rekord der Gastübernachtungen bei euch. Öfters war kein andere Gast bei euch 😀

Wie solche Freundschaften entstehen können, dass passiert ab und an von ganz allein. Eines Abends bin ich mal wieder bei anderen Freiwilligen gewesen. Es war spät, es gab Wraps und man saß in der Küche. Aß um 22 Uhr und stellte irgendwann fest, dass es doch schon halb 3 in der Nacht ist. Eigentlich musste ich doch bereits am nächsten Morgen um halb 7 los. Man verstand sich von Anfang an, hatte zuvor nicht viel Kontakt und hat dann festgestellt, dass man sich grundsympatisch. Schade, dass man dies erst so spät im Jahr erkannt hat.
Ich hoffe, dass der Kontakt nicht abreißen wird und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja wieder. Denn wie heißt noch mal das Sprichwort? ‚Man sieht sich immer 2x im Leben.‘ Einmal hier oben im Norden, und wer weiß wo es vielleicht das nächste Mal sein wird.

Und dann ist da natürlich noch meine WG hier auf Hooge =) People, ihr seid der wahre Grund warum Kompassnadeln nach Norden zeigen.
Hier ist immer etwas los und nie wird es langweilig. Ihr macht das Freiwilligenjahr zu dem was es ist =)

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