Landunter 2.0 am 29.10.2017

Heute haben wir Landunter gehabt. Für mich ist es das zweite Landunter gewesen seitdem ich hier auf Hallig Hooge bin. Gestern habe ich bereits einen Beitrag über das Landunter geschrieben. Da ist allerdings noch nicht absehbar gewesen, ob es wirklich ein Landunter geben wird oder ob alles“beim Alten“ bleibt. Wer sich diesen Beitrag durchlesen möchte und den gestrigen noch nicht gelesen hat, der sollte dieses vorher tun.
Nachdem ich gestern den Beitrag geschrieben habe bin ich nicht nur an die Panoramascheibe getreten, sondern gleich nach draußen gegangen. Und warum? Ist doch ganz klar! Das Wasser stand an der Warftkante. Landunter!

Der Kutschenparkplatz vor Hanswarft ist verschwunden
Nachdem Mitte September Sturm ‚Sebastian‘ für ein Landunter gesorgt hat, ist es jetzt, knapp 1,5 Monate danach wieder soweit. Sturm ‚Herwart‘ bringt uns das nächste Landunter. Aber dieses mal ist es anders. Also zumindest für mich. Dieses mal kann ich das Wasser nicht beobachten wie es kommt. Dieses mal ist es einfach schon da.Beim ersten Blick auf die Hallig habe ich erkennen können, dass eine silbrig glänzende Masse da draußen ist. Das Wasser. beim letzten Landunter kam es noch von links und rechts, dieses mal könnte es so passiert sein, aber wer weiß das schon.

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Sturm. evtl. Landunter & der neue Winterfahrplan.

Guten Morgen ihr Lieben. Heute ist alles ein wenig anders als gedacht, denn eigentlich möchte ich heute Nachmittag mit der Fähre nach Schlüttsiel fahren. Aber vielleicht wird das auch garnichts, denn über uns zieht gerade das Sturmtief „Grischa“ und hält mich mit seinen 120km/h schnellen Böen vom schlafen ab. Durch seinen starken Nordwest Wind sorgt er dafür, dass große Wassermassen in die Deutsche Bucht gedrückt werden und sich die Tiden erhöhen. Hier auf Hooge rechnen wir mit einem Wasserstand von ein bis eineinhalb Meter über dem normalen mittleren Hochwasser. Und ab 1,50 Meter schwappt das Wasser auch über unseren Sommerdeich. Jetzt ist es gerade kurz nach 6, es ist dunkel draußen und ich kann noch nichts erkennen. Aber gleich um 7 Uhr ist Hochwasser. Mal sehen wie es dann aussieht.

So hat es beim letzten Landunter Mitte September ausgesehen

Aber das alles klingt jetzt gar nicht so dramatisch. Und eigentlich ist Landunter doch etwas schönes. Eigentlich? Eigentlich freue ich mich auf ein Landunter, aber ab morgen habe ich Urlaub und möchte in die Heimat fahren, denn mein Vater hat Geburtstag und da lasse ich es mir nicht nehmen nach Hause zu fahren.
Tragisch währe es nicht, wenn ich noch einen Tag länger bleiben würde, denn schließlich hat der Herr Papa übermorgen Geburtstag. Hier auf einer Hallig ist aber alles ein wenig anders als am Festland. Denn jetzt mit Beginn der neuen Woche fahren die Fähren anders, die Fähren fahren nach einem neuen Fahrplan. Das heißt, dass wenn die Fähre heute Nachmittag nicht fährt, denn kann ich erst am Dienstag um 15 Uhr mit der Fähre fahren und wäre dementsprechend erst am späten Abend zu Hause.

Die Ruhe nach dem Sturm. Hier bei Sturm Sebastian

Naja, wie heißt es so schön „Ab warten und Tee trinken“. Ich werde mich jetzt gleich erst einmal ans große Panoramafenster setzen und zusammen mit meinem Besuch aus der Heimat schauen, ob wir ein Landunter bekommen. Für ihn ist es natürlich etwas ganz besonderes. Und auch für die Seminargruppe, die gerade bei uns ist. So ein Landunter sieht man halt nicht alle Tage und ist einzigartig. Auch für mich! Auch wenn ich gerade etwas über meine Sorgen gesprochen habe. Ich freue mich aufs Landunter, nur bitte lass die Fähren heute Nachmittag fahren.

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Komische Holzklötze im Spülsaum

Im Spülsaum findet man allerhand. Das meiste sind Algen und andere Meerespflanzen. Aber auch Muscheln und Holz kann man im Spülsaum finden. Und wenn man ganz viel Glück hat kann man auch einen Bernstein finden. All das hat ziemlich die gleiche Farbe und Unterschiede sind meist nur an der Form und der Oberfläche festzustellen. Aber einige Dinge aus dem Spülsaum fallen auch Amateur-Strandsucher auf dem ersten Blick auf. Viele bunte Teile, teilweise GROß, teilweise klein. Die Rede ist von Müll!

Jede Menge Müll im Spülsaum

Den meisten Müll den ich finden konnte stammt aus der Schifffahrt, wobei die Fischerei einen erheblichen Anteil verursacht. Mir fallen bei meinen Gängen entlang des Deiches die vielen Schnüre auf, die zum Schutz des Fangnetzes dienen und bei Kontakt mit scharfen Steinen in einzelne Schnüre zerschnitten werden, die dann schlussendlich am Deich angespült werden. Diese nennt man in Fachkreisen Dolly Ropes. Eigentlich wäre es das Besten, wenn kein Müll in den Meeren schwimmen würde. Denn dann kann sich kein Tier an einer Schnur verheddern und im schlimmsten Fall dadurch sterben. Wenn der Müll angelandet wird, ist es auf den zweiten Blick gar nicht mal so schlecht, denn der Plastik Müll zersetzt sich im Müll nicht weiter. Plastikmüll kann nicht verrotten, sondern zerfällt in immer kleinere Teile, bis es als Mikroplastik (Plastikteile kleiner als 5mm) nichtmehr sichtbar ist. Das Mikroplastik vermischt sich auf Grund der Größe mit Sand und anderen organischen Sedimenten, sodass es frei im Wasser schwimmt und von Planktonfressern, wie z.B. den Miesmuscheln oder der Auster, gefressen wird.

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Als „Vogelspezialist“ mit Vogelspezialisten unterwegs

Moin zusammen, heute möchte ich euch etwas über eine Führung von mir erzählen, die ich in dieser Form selbst noch nicht durchgeführt habe. Ich habe eine Führung mit richtigen Vogelexperten gehabt. Und das komische dabei ist, dass ich von den Teilnehmern auch als Spezialist angesehen worden bin. Aber bin ich eigentlich ein Vogelexperte? Kann ich mich so nennen?

Das klingt jetzt auf den ersten Blick komisch, denn ich selbst würde mich selbst jetzt nicht unbedingt als Vogelexperten sehen. Ich weiß teilweise nicht welcher Vogel gerade über mir drüber her fliegt. Okay, ich kann zwischen einer Gans und einem Sperling unterscheiden, aber wenn der Vogel kleiner ist und keinen Ton von sich gibt, weiß ich leider anhand des Flugbildes und seinen Lauten nicht, um welche Art es sich gerade handelt. Aber da waren meine Gäste anders. Bei den Gästen handelte es sich um eine Gruppe von Bird Life Austria, die den weiten Weg aus ganz Österreich auf sich genommen haben um in Norddeutschland nach Vögel zu Ausschau zu halten.

Ein Blick durchs Spektiv verrät, „Wir haben Austernfischer gesichtet“

Meine Gäste waren von der rein technischen Seite bestens ausgerüstet. Jeder hatte ein Fernglas dabei und fast jeder hatte auch ein Spektiv und dies sind keine NoName-Optikgeräte gewesen, sondern das Beste vom Besten. Ich habe es mit richtigen Profis zu tun gehabt. Eigentlich hätte ich zu Beginn der Tour nervös bis in die Fingerspitzen sein müssen, aber nein, irgendwie bin ich es nicht gewesen. Und darüber bin ich jetzt im Nachhinein doch sehr verwundert. Schließlich habe ich hier wahre Experten vor mir gehabt, die jahrelange Erfahrung im „birden“ haben. Aber zu meiner ‚Verteidigung‘ muss ich sagen, dass sie mit den hier vorkommenden Vögel weniger Erfahrung haben als ich. Der Anfang ist also schon einmal gemacht und ich muss mich nicht schlecht fühlen. 

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Schwan gehabt

In den letzten Tagen haben wir immer mal wieder Gäste bei uns auf der Station gehabt. Zum einen war Sarah da, unserer ehrenamtliche Stationsbetreuerin, die vor mehreren Jahren auch Freiwillige auf Hooge gewesen ist. Aber wir haben hier auf Hooge auch Besuch von gefiederten Freunden bekommen. Jetzt in den letzten Zügen der Zugvogelzeit kommt es nicht selten vor, dass tausende von Vögel über die Hallig ziehen und hier einen Stopp einlegen. Doch diese possierlichen Tierchen meine ich garnicht. Vielmehr sind mir in den letzten Tagen ein paar Vertreter aufgefallen, die garnicht so besonders sind, denn sie sind nicht selten. Aber für mich sind sie mehr. Sie strahlen eine innere Schönheit aus und auch ein wenig Stolz.

2 Hockerschwäne vor der Ockelützwarft

Gemeint sind 2 Hockerschwäne. Ich kann mir selbst schwer vorstellen, wie es diesen beiden Kolossen möglich ist, dass sie sich in die Luft erheben. So ein Schwan kann schließlich bis zu 12kg schwer werden. Die beiden Schwäne habe ich letzter Zeit öfters beobachten können, denn sie schwimmen täglich auf dem großen Priel vor unserem Haus. Diesen könnt ihr übrings 24/7 auf der Webcam der Gemeinde beobachten, und nebenbei erwähnt auch unsere Wäscheleine.  Jeden Tag sehe ich die beiden munter auf dem Priel schwimmen aber nie habe ich Zeit dafür gefunden sie aus der Nähe zu beobachten. Doch jetzt ist es endlich soweit. Ich habe etwas Zeit und nutze die Gunst der Stunde. Schwinge mich auf meinen treuen Drahtesel. Die Kamera über die Schulter geschmissen und auf geht’s. 

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